In den letzten, beiden Tagen war ich damit beschäftigt, für meinen Bruder und mich neue, zueinander passende Rosenkränze zu fertigen, während intensiver Andacht, in den ruhigen Stunden der Nacht.
Mein kleiner Bruder könnte Rosenkranz-TÜV-Tester im Vatikan werden. Würde nur Rosenkränze, die ihn ein ganzes Jahr lang überleben, zugelassen werden – wir hätten sehr viel weniger Billigware in der Weltgeschichte herum fliegen... :-)
Als Basis verwendete ich Fallschirmschnur (Paracord), die in der Schweiz gefertigt wurde. Sie ist enorm robust und langlebig; ausserdem lässt sie sich gut mit einem Feuerzeug versiegeln. Für meinen Bruder verwende ich bewusst Rot bzw. Rot-Weiss, da er genug Schweizer Patriotismus für die ganze Familie hegt. Ich hingegen mag das Blau des Wassers und des Himmels, die Farbe Mariens. Daher nutze ich oft Blautöne, oder die Farben des Regenbogens, da dieser das Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen symbolisiert.
Bei den Perlen handelt es sich um einfache, unlackierte und schlichte Pinienholzperlen. Ich erstand sie günstig in im Zürcher HB.
Jeder Rosenkranz trägt ein päpstlich gesegnetes Vergebungskruzifix, als zentrales Gebetswerkzeug. Zusätzlich habe ich jeweils eine kleine, günstige Bruder-Klaus-Medaille befestigt, unsere Souvenirs vom neulichen Besuch der Flüeli-Ranft. Sie scheinen ausschliesslich dort erhältlich. (An meinem eigenen Rosenkranz wird die Medaille wohl durch eine Medaille der Jeanne d'Arc ersetzt werden; ebenso sind grössere, blaue Karabinerhaken geplant.) Zusätzliche Bestandteile, wie die bisherigen Karabinerhaken und Schlüsselringe aus Metall, wurden aus dem häuslichen Fundus recycelt.
Zusätzlich zum Rosenkranz und der Franziskanerkrone (7 Freuden Mariens) fertigte ich heute Morgen noch zwei Bätti, quasi den Schweizer Vorgänger des heutigen Rosenkranzes. Dieser wurde von Bruder Klaus verwendet und meinen Bruder irritierte es, dass die käuflichen Exemplare nur 30 statt 50 Perlen haben.
Jede der Gebetsketten nahm rund eine Stunde Schaffenszeit in Anspruch.
Und diese Schaffensflut zeigt auf: Ein gutes, mitunter sogar persönliches Werkzeug muss nicht teuer sein. Auf mich mutet es oft erstaunlich an, was Gott für Gaben zu schenken vermag – denn als talentiert sehe ich mich, definitiv, nicht.
